
Die digitale Welt ist für viele Menschen ein Tor zu Bildung, Arbeit, sozialem Leben und Informationen. Doch nicht jeder Mensch kann Websites auf dieselbe Weise nutzen. Menschen mit Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Einschränkungen stoßen im Web regelmäßig auf Hürden. Genau hier kommt die Barrierefreiheit ins Spiel – und damit auch das Accessibility-Testing.
Barrierefreiheit bedeutet, dass digitale Inhalte für alle Menschen zugänglich und nutzbar sind – unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Das betrifft nicht nur Screenreader-Kompatibilität oder kontrastreiche Farben, sondern auch die Struktur, Navigation und Interaktionsmöglichkeiten einer Website.
Doch Barrierefreiheit ist nicht nur eine soziale Verantwortung, sondern auch ein klarer Vorteil für Unternehmen:
Doch wie prüft man eigentlich, ob die eigene Website barrierefrei ist? Die Antwort: durch gezieltes Accessibility-Testing.

Beim Accessibility-Testing unterscheidet man grundsätzlich zwischen automatisierten und manuellen Tests. Beide Ansätze haben ihre Daseinsberechtigung – und idealerweise werden sie kombiniert.
Automatisierte Tools analysieren den Quellcode einer Website auf typische Barrierefreiheitsprobleme. Dazu zählen beispielsweise:
Bekannte Tools für automatisierte Tests:
Vorteile automatisierter Tests:
Aber: Kein Tool erkennt alle Probleme. Etwa 30–40 % der Barrieren bleiben unentdeckt – hier kommt das manuelle Testing ins Spiel.
Hier prüfen echte Menschen die Website auf Barrieren. Dabei kommen sowohl Normen wie die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.1) zur Anwendung als auch persönliche Erfahrungswerte – idealerweise auch von Nutzer:innen mit Behinderung.
Typische manuelle Prüfmethoden:
Zusätzlich gibt es strukturierte Tests, wie sie von BITV-Test.de oder der Stiftung Pfennigparade durchgeführt werden. Auch Usability-Tests mit Fokusgruppen können wertvolle Erkenntnisse liefern.
Fazit: Während automatisierte Tests eine solide Grundlage schaffen, sind manuelle Prüfungen unverzichtbar, um echte Barrieren zu erkennen und zu beheben.
Ein strukturiertes Vorgehen hilft Ihnen, Barrierefreiheit systematisch zu verbessern. Hier eine bewährte Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Accessibility-Testing:
Bevor Sie mit dem Testing beginnen, sollten Sie sich fragen:
Ein klares Verständnis der Zielgruppe hilft bei der Auswahl der passenden Testmethoden.
Nutzen Sie eine Kombination aus Tools und Methoden. Beispiel:
Erstellen Sie eine Checkliste auf Basis der WCAG 2.1 – z. B.:
Listen Sie alle gefundenen Probleme auf und priorisieren Sie diese nach:
Tipp: Verwenden Sie ein Ticketsystem oder eine Tabelle mit Screenshot, Fehlerbeschreibung, WCAG-Verweis und Lösungsvorschlag.
Lösen Sie die Probleme im Code – z. B.:
Nach jedem Fix: Retest! Nur so stellen Sie sicher, dass neue Probleme nicht entstehen.
Barrierefreiheit ist kein Einmalprojekt. Machen Sie Accessibility zum Teil Ihres Workflows:
Accessibility Testing ist keine lästige Pflicht, sondern ein echter Innovationsfaktor.
Barrierefreiheit ist weit mehr als eine gesetzliche Anforderung – sie ist ein Ausdruck von digitaler Fairness und professionellem Webdesign. Accessibility-Testing gibt Ihnen die Werkzeuge in die Hand, um digitale Produkte inklusiv zu gestalten und so ein breiteres Publikum zu erreichen.
Eine barrierefreie Website zeigt, dass Sie Ihre Nutzer ernst nehmen. Sie reduziert Absprungraten, erhöht die Verweildauer und signalisiert Qualität – gegenüber Kunden wie auch Suchmaschinen.
Tipp von Webect: Möchten Sie Ihre Website auf Barrierefreiheit testen oder eine barrierefreie Plattform von Grund auf planen? Unsere UX- und Accessibility-Expert:innen begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung – technisch, rechtlich und gestalterisch.
„*“ zeigt erforderliche Felder an